Zuerst: da ich diesen Blog-Eintrag schon im neuen Jahr, am 2.1.2018 schreibe, möchte ich euch allen, die ihr das hier lest, auch auf diesem Wege noch mal ein gutes, gesundes, immer wieder glückliches und in allem reich gesegnetes neues Jahr 2018 wünschen! Möge es – im Sinne der Jahreslosung – ein Jahr sein, in dem ihr immer wieder erlebt, dass Gott selbst eure Kraftquelle sein will und sein kann und in dem ihr erfahrt, dass Gott den Durst nach Leben stillt!
An diesem Freitag nutzen wir den Nachmittag für ein außergewöhnliches Ereignis: KINO-TIME! Zusammen mit Katharina geht’s zu „Ferdinand geht stierisch ab“ – ein süßer Zeichentrickfilm über den Stier Ferdinand, der kein Kampfstier sein möchte, sondern so ganz anders ist. Die Story ist schon uralt – der Film wurde allerdings neu aufgelegt und kam kurz vor Weihnachten in die Kinos. Samuel wurde auf den Film aufmerksam, als wir uns mal das Geesthachter Kino angesehen hatten und dort der Film als „bald im Programm“ angekündigt wurde. Und seitdem hatte er den Wunsch, diesen Film zu sehen. Für Katharina sind Zeichentrickfilme mit ihren jetzt 13 Jahren eigentlich nicht mehr so der „burner“ – aber als sie den Trailer sah, meinte sie: „den will ich auch sehen!“ – und so gab es nach gaaaaanz vielen Monaten mal wieder ein Kino-Ereignis von uns dreien. Da der Film in Geesthacht immer schon um 13h läuft und das eine blöde Zeit ist, wenn Samuel ja doch vormittags Therapien hat, habe ich ihn also am frühen Nachmittag aus Geesthacht abgeholt, dann wieder zurück nach Winsen – und ab ins Kino. Dort gab es dann auch sonst „das volle Programm“: nicht Nachos ODER Popcorn, sondern eben beides… Oh man… aber nun gut. Gespuckt wurde nicht, um das vorweg zu nehmen. Es war für beide ein cooles Erlebnis, auch wenn Samuel anzumerken war, dass eine ganze Film-Länge ihn noch ganz schön fordert bzw. müde macht… – das merken wir daran, dass er hinterher immer eine ausgeprägte „lange Leitung“ hat bzw. doch um einiges desorientierter wirkt als sonst. Aber gelohnt hatte es sich allemal! Hinterher gab’s dann noch ein kleines Abendessen zu Hause und ne Nutella-Stulle auf die Faust für den Weg – und wieder ab nach Geesthacht. In der Nacht zu Samstag sollte er dort ja noch einmal übernachten, bevor wir ihn dann morgens abholen wollten, damit er bis zum Neujahrsabend zuhause bleiben kann.
In Geesthacht angekommen, erwartete uns eine „doppelt freudige Überraschung“:
1. Samuel hat ab sofort ein neues Bett! Ein „ganz normales Bett“, ohne Bett-Gitter (allerdings auch ohne komfortable Verstellmöglichkeit des Kopfteils, aber nun gut…) – weil er nun definitiv ja in einem Stadium ist, wo er alleine zur Toilette gehen kann usw. – Wunderbar. Kann er ja gleich ausprobieren… – nein, kann er nicht, denn:
2. Samuel darf schon überraschenderweise an diesem Freitag Abend mit nach Hause! Da wohl einige ohnehin schon unterwegs sind und in der Nacht eh nix mehr läuft… und „damit wir Samstag nicht noch mal extra fahren müssen“… – nachdem wir etwas verdattert geguckt haben, haben wir auf FREUDE umgeschaltet, seine Sachen wieder eingepackt – und ab gings nach Hause. Ich hab noch kurz denken müssen „das hätte ihnen ja auch mittags schon einfallen können, dann hätten wir abends nicht noch mal herkommen müssen“… – aber SO WHAT!?! 🙂
Zuhause waren die überraschten und erfreuten Gesichter natürlich genauso groß! Leider ging ein kleiner Scherz, den Samuel und ich uns ausgedacht haben, ein bisschen in die Hose: Samuel ging mit dem Autoschlüssel rein und meinte, als er seine Mutter sah: „Papa wollte in Geesthacht bleiben, da bin ich halt alleine nach Hause gefahren“… eigentlich dachten wir, es sei klar, dass das ein Scherz war… Yvonne war allerdings so überrascht, Samuel zu sehen, dass sie gleich befürchtete, es sei irgendetwas Schlimmes auf dem Weg passiert… Nach einer kurzen Aufklärung und Beruhigung meinerseits war alles wieder gut – diese Momentaufnahme zeigt aber auch, wie sensibel bzw. innerlich angespannt unser Nervenkostüm noch immer ist. Naja, auch das braucht noch Zeit…
Wie gesagt: der Kino-Besuch war anstrengend – und so ging Samuel an diesem Freitag auch recht schnell ins Bett.
Der Samstag war eigentlich unspektakulär… – ein Familientag mit ein paar „rumdrösel-Phasen“. Allerdings mussten wir uns dann doch noch (bzw. Yvonne mit Samuel) in den Jahresend-Einkaufs-Wahnsinn begeben… OHNE WORTE!
Nach den nervenaufreibenden Einkäufen wurden noch ein paar Besuche gemacht – all das meisterte Samuel „mit Bravour“ und es ist ihm anzumerken, wie er das „wieder in Winsen sein“ aufsaugt und nach und nach immer weiter „gesellschaftsfähig“ wird. Anfangs war es ja nur das „entweder in der Klinik oder zu Hause sein“ – auf jeden Fall umgeben von vertrauten Menschen. Nun weitet sich das immer mehr – und das ist ein schönes Gefühl für uns alle.
Am Abend schauten wir (Katharina, Samuel, Yvonne und ich) zusammen einen Familienfilm, auf den ich mit einem HURRA gestoßen bin: als ich Kind war, hatte ich eine heißgeliebte LP „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“! Eine Story über einen findigen 11jährigen Jungen mit einem Roboter, die gemeinsam ein Gerät bauen, dass Fliegen, auf dem Wasser schwimmen und eben „Tüüt – wie ein Auto“ unterwegs sein kann. Diese Geschichte (schon aus den 60ern) wurde 2016 verfilmt – und war genau das Richtige an diesem Abend!
Ja, in manchen Jahren haben wir den Tag vor Silvester (bzw. den Abend) mit einigermaßen ausgedehnten Jahresrückblicksgedanken gefüllt. Dieses Jahr war uns allen aber relativ schnell präsent, welche Dinge in diesem Jahr geschehen waren – und uns war eher nach einer „angenehmen Zerstreuung“. Im nächsten Jahr sind dann wieder solche Rituale dran – hoffentlich…
Der Silvestertag hatte zunächst mal eine „Ernüchterung“ für uns bereit: wie bereits in den letzten Jahren wollten wir auch in diesem Jahr mit einer Familie zusammen feiern, mit der der gemeinsame Jahresausklang immer viel Spaß gemacht hat: zusammen Raclette essen, zusammen spielen, Dinner for one schauen, aus dem Schokobrunnen naschen, wieder spielen, irgendwann ist es Mitternacht und es wird angestoßen… danach ein ganz, ganz, ganz kleines bisschen „geknallt“ (pro Kopf eine Rakete und ein paar Knall-Erbsen o.ä.). – Tja, dieses Vorhaben fiel ins Wasser, da sich die Hälfte der beteiligten Familie eine Magen-Darm-Geschichte eingefangen hatte… Wir als Familie wären da wahrscheinlich noch relativ entspannt gewesen, aber wir wollten natürlich auch nicht das Risiko eingehen, dass Samuel sich was einfängt, was er nun auf Station „austeilt“… Von daher… so schade es war: wir mussten unser gemeinsames Silvester streichen.
So kurzfristig war auch niemand sonst dazu zu bewegen, mit uns den Abend zu gestalten – und so waren wir eben zu sechst (bzw. was den Verlauf des Abends und das „PROST NEUJAHR“ wünschen betrifft, zu viert: Charlotte hatte noch kein gesteigertes Interesse an einer verlängerten Abendgestaltung und ging um 21h schlafen… und Elisabeth war auch nicht unbedingt dauerhaft wach zu halten…).
Mit kleinen Kindern in den Jahresschluss-Gottesdienst zu gehen, erschien uns nicht als so eine gute Idee (der Charakter solcher Gottesdienste ist ja doch eher ruhig-meditativ-nachdenklich), und wir entschieden uns daher, einfach mal zu Hause zu bleiben. Irgendwie schon auch merkwürdig – so lange ich zurück denken kann, war ich Silvester immer in einem Gottesdienst, aber naja…
Stattdessen begannen wir unser Raclette-Essen spontan mit einer Andacht aus dem Buch „5min. mit dem lieben Gott“ (Margot Käßmann) – auch immer mal wieder gut und an diesem Tag wie gesagt: die passendste Lösung!
Der Abend ging auch so ganz schön „dahin“, mit Essen, Spielen, Dinner for one – und gegen 0.00h dann ein fröhlich-dankbares „GUTES, FRÖHLICHES, GESEGNETES NEUES JAHR“, das wir uns – mit Kindersekt – gegenseitig zuriefen. Wie dankbar waren wir auch in diesem Moment, dass wir alle zusammen sein können.
Anschließend bin ich mit Samuel raus vor die Tür – und es war ihm ein dringendes Bedürfnis, „seine Rakete“ als Dankes-Rakete“ in den Himmel zu schicken! Sie stieg hoch und warf ihre Farben an den Himmel – und in dem Moment, wo die Farben zu sehen waren, rief Samuel ganz laut in den Himmel: „DANKE, GOTT, DASS ICH ÜBERLEBT HABE!“
Gibt es einen schöneren Moment für einen Jahresabschluss? Für uns in 2017 definitiv nicht!
Gegen 2.00h sind wir dann ins Bett, glücklich und zufrieden – und ganz gespannt, „erwartungsfroh“, was uns 2018 wohl begegnen wird.
Die ersten Tage dieses neuen Jahres stehen dann im nächsten Blog 🙂

Ein wunderschöner Bericht mit Gänsehautfaktor!